Laufen, laufen, laufen…

Die Antwort auf die Frage, was man macht, wenn erst abends eine Tour ist. Aber so schlimm war es nicht. Wir dachten uns, wir stronseln nochmal gemütlich die 5th Avenue vom Central Park runter und schauen uns die Schaufenster mal im Hellen und mit weniger Leuten an.

Da wir ja nicht im Stress waren, konnten wir auch mal da und dort rein gehen, uns die Innendeko anschauen. Das hat den Türsteher bei Tiffany´s mehr als nur gewundert, dass Dani nur ein paar Fotos machte und dann gleich wieder raus ging ohne etwas zu kaufen. Sowas ist er von Frauen eigentlich nicht gewohnt.

In der Ruhe haben wir dann auch ein paar Dekorationen entdeckt, die bei der abendlichen Tour untergegangenen waren.

Und da wir schon davor standen, wollten wir mal wissen, was Lindt hier so im Angebot hat. Mit dem Vorwissen, dass man in Deutschland ja nur einen Bruchteil des amerikanischen Süsswaren Angebots bekommt, sind wir in dem Laden komplett überrascht worden. Lindt Kugeln in allen möglichen Geschmacksrichtungen, die ich in Deutschland zumindest noch nicht gesehen habe. Das eine Foto, was Dani sich getraut hat zu schiessen, zeigt die Minz-Schoko Kugeln in typischen Candy Cane Farben.

Lindt Store on 5th Avenue

Neben diversen Schoko% Abstufungen gab es Meersalz, süss und salziges Karamell, Pfefferminz Keks, Lebkuchen, Stracciatella, etc. Wir wollten zuerst noch welche mitbringen, aber auch hier kostet Lindt entsprechend. Daher haben wir es gelassen.

Wiedermal am Rockefeller angekommen, hatte Dani noch das Blue Bottle Café auf dem Plan.

Ähnlich anderer, amerikanischer Kaffeehäuser, holt man sich sein Getränk am Tresen und wird nicht am Platz bedient. Der Kaffee wird online von vielen als der Beste betitelt. Hier gibt es sogar „langsam“ gebrühten Kaffee was bedeutet: Es wird ein Filter auf die Tasse gestellt und dann halt einfach Filterkaffee gemacht, anstatt der typische Espresso aus der Maschine. Gut, ich gebe ja gerne zu, dass ich kein Kaffeetrinker/-kenner bin. Bei mir die Mischung ja eher Milch mit Kaffee. Aber auch hier habe ich mal wieder, wie vorher schon im Urlaub gemerkt, dass ich viele Trends einfach nicht verstehen kann. Es war nunmal einfach nur Kaffee, ohne irgendeine besondere „Note“ oder einem anderen, geschmacklichen Aha-Erlebnisses.

Es ging also weiter Richtung Times Square.

Nach ein bisschen Mitbringsel-Shopping melde sich unser Magen. Das Frühstück war schon etwas länger her. Auf das Schild auf der anderen Strassenseite schauend stellten wir fest, dass wir noch nie bei Applebee´s essen waren. Also rein da. Vom Grundverständnis her ist Applebee´s auch eine Kette ähnlich TGI Friday´s, Olive Gardens, etc. Sie sticht von der Karte her jetzt nicht mit irgendwelchen, besonderen Highlights heraus. Amerikanisch etwas besser bürgerlich würde ich sagen. Das Essen war aber sehr gut und die Onion Rings riesig.

Gestärkt suchten wir auf Empfehlung einer Freundin den Laden für den Nachtisch. Carlo´s Bake Shop wurde uns wärmstens empfohlen. Wir reihten uns also in die kleine Schlange ein. Dachten wir zuerst noch, dass hier der Andrang so gross ist, wegen der Qualität fanden wir heraus, dass der Stau einfach nur dem Bestellvorgang geschuldet war. Am Tresen stand eine in Zahl 1 Dame, die deine Bestellung aufnahm. Die Meisten hatten bis dahin noch nicht mal gekuckt, was es alles gibt. Also standen die Leute vor dem Tresen, erschlagen von der Vielfalt an Muffins, Cupcakes, Cookies und Kuchen und mussten sich erstmal einen Überblick verschaffen.

Hinter dem Tresen warteten dann zwei Damen, dass sie von der ersten Dame den Bestellzettel bekommen um die Ware dann auf ein Tablett zu packen und es an die Kasse zu tragen. Dort wurde man dann von einer der zwei Kassiererinnen seines Geldes entledigt. Ich glaube ja, das eine Mädel, was die Ware aufs Tablett gepackt hat, hat sich so manches Mal auch gedacht, warum sie auf den Zettel warten soll. Sie stand ja direkt gegenüber der Kundschaft, hat also mitbekommen, was bestellt wurde. Aber gut, so hat man noch eine weitere Stelle geschaffen. Der Red Velvet Cupcake war ganz lecker. Wie bei Cupcakes aber schon bekannt, reicht Einer dann auch voll aus.

Weihnachtslichter, wir kommen!

So langsam gingen die ersten Lichter an. Es war also Zeit uns zum Treffpunkt unserer heutigen Tour zu begeben. Es ging mal wieder… na wer errätes? Richtig, Brooklyn! Um genau zu sein in die Nachbarschaft Dyker Heights.

Weit ab von irgendwelchen, komfortablen Subway-Stationen haben in diesem italienischen Viertel irgendwann mal zwei Familien angefangen, zur Weihnachtszeit ihre Häuser zu schmücken. Und wie das nunmal so ist in Amerika wird da gleich ein Wettstreit draus. Und kurzum haben sich immer mehr Nachbarn dem bunten Treiben angeschlossen. So wurden wir durch die hell erleuchteten Strassen geführt und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hier zeigt sich New York mal von der Seite, die man bei allgemein mit Weihnachten im Amerika verbindet. Clark Griswold wäre stolz gewesen!

Aber was hat der Christian denn letztes Mal mit dem Wetter geschrieben? Ach ja! Wir waren für die Tour etwas in Sorge, da der Wetterbericht für abends Regen angesagt hatte. Irgendjemand meinte es aber gut mit uns, denn wir sind nicht nass geworden. Da viele Besucher dieses Risiko aber nicht eingehen wollten, war es in Dyker Heights richtig ruhig. Der Guide meinte nämlich noch, dass die sich zwei Tage vorher fast tot getreten hätten aufgrund der Masse an Leuten. Dass das Wetter dann aber doch voraussagbar ist, merkten wir dann, als wir wieder zurück fuhren. Da kam der Regen und dann nicht gerade wenig.

Wir überlegten uns noch etwas zu essen, aber irgendwie waren wir noch gesättigt genug, sodass wir „nur noch“ einen Milch-Shake zu uns nahmen. Etwas aufgeweicht trafen wir im Black Tap ein. Diverse Instagram Posts haben uns hierher gelockt. Naja, was soll ich sagen. 15$ für einen Milch-Shake mit Sahne, zwei Stück Brownies drauf und Schokotropfen rund um den Rand. Aber es ist und bleibt nunmal nur ein Milch-Shake. Hier wird auch wieder nur für die Optik und den Hype bezahlt. Immer diese verfluchten Hipster! Beim nächsten Mal wissen wir aber jetzt, dass wir nicht alle Hypes testen müssen und es manchmal gar nicht so verkehrt ist, auf gutes Altbewährtes zu setzen.

Werden wir die Winterklamotten doch nochmal benötigen? Wo wird man in New York fürs Rumstehen beschimpft? Bringen wir ein neues Haustier aus dem Urlaub mit? Wie sieht es aus, wenn in New York ein Film oder eine Serie gedreht werden? Welche Touristen-Attraktion müssen wir noch abhaken? Und wo gibt es Restaurants direkt im Supermarkt?

Das alles beschäftigt uns am letzten, vollen Tag in New York.

Christmas Time in New York -Tag 9

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