Heute stand das große, sportliche Highlight des Urlaubs an. Das, wofür wir die letzten 2 Tage „trainiert“ haben. Bis dato waren wir noch nie auf der Brooklyn Bridge. Doch das sollte sich nun ändern. Und damit dabei nicht zu viel Zeit verloren geht, weil wir ja noch andere Termine haben, sollte das ganze flott mit dem Fahrrad bewältigt werden.

Also ratet, wo wir erstmal wieder hingefahren sind: Richtig, Brooklyn! Warum? Weil irgendwie jeder die Brücke immer von Manhattan nach Brooklyn überquert und dann ja wieder zurück muss. Also dachten wir uns, wir sparen uns einen Weg. An der Brooklyn Court Hall durften wir noch ein paar Weihnachtsvorbereitungen beobachten.

Dann haben wir aber auch schon die Fahrräder geschnappt und schon ging es Richtung Brooklyn Bridge Auffahrt.

Ich sag es mal so: Am Ende waren wir auch schneller als die Fussgänger. Zwischenzeitlich sah das nicht so aus. Und: Ich durfte auf der anderen Seite erstmal wieder trocknen, was bei sonnigen 15 Grad zum Glück kein Problem war. Aber es war eine schöne Erfahrung und wir haben nochmal einen anderen Blickwinkel auf Manhattan und Brooklyn gehabt.

Nachdem wir uns dann ca. 20 Minuten gefragt haben, wie lange es brauchen kann um einen Weihnachtskranz aufzuhängen,

ging es mit der Subway auch schon wieder zurück nach Brooklyn. Um genau zu sein nach Williamsburgh. Nicht erst seit der TV-Serie 2 broke girls hat sich dieses Viertel in eine Hipster Hochburg verwandelt. Wobei das auch wiederum nur für bestimmte Strassen gilt. Hier gilt, wie fast überall in New York Multikulti. Die Haltestelle liegt ausnahmsweise mal nicht in der Erde. An dieser Stelle fährt die Bahn über die Williamsburgh Bridge weiter über der Strasse entlang. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier auch diverse Filmszenen entstanden sind. Die Nachbarschaft direkt am Bahnausgang sieht nach Arbeiterviertel aus:

Ein paar kleine Delis zum morgendlichen Kaffee holen, ein 99 Cent Store, ein Dunkin Donuts. Nichts wirklich „fancy“ Wirkendes. Dort trafen wir uns mit unserem Guide, die uns durch die kulinarische Vielfalt dieses Viertels führen würde.

Ein paar Strassen und Geschichten weiter standen wir am Rande der jüdischen Nachbarschaft. Hier machten wir unseren ersten Essenstop und machten Bekanntschaft mit Knich. Dies ist eine Art kleines Blätterteig-Brötchen mit Kartoffelbrei gefüllt. So würde ich es zumindest umschreiben. Es schmeckt aber sehr lecker. Natürlich bekommt jeder nur 1 Stück. Es gibt ja noch mehr.

Wieder ein paar Ecken weiter und etwas weg von der Hauptverkehrsstrasse wird es recht ruhig. Gut, es ist ja auch Montag und die Leute sollten eigentlich auf der Arbeit sein. Wir machen Halt bei einem Laden der bekannt wurde/ist für seine Rainbow Bagel. So wie es heisst, so sieht es auch aus. Ein Bagel, also ein Brötchen mit Loch in der Mitte in bunt. Der Trick ist, dass einzelne Teigstränge eingefärbt werden und dann zusammengeknetet. Das Endprodukt sieht dann so aus:

Schmeckt aber logischerweise ganz normal. Die gibt es wohl auch mit extra süsser Füllung. Das wollte der Guide aber nicht antun, da sie davon ausgegangen ist, dass das ausser für Amerikaner für keinen genießbar ist. Sie kennt mich ja nicht 😉

Weiter ging es an einem alten Hallenbad vorbei und diversen, alt eingesessenen Restaurants und neuen Hipster-Kneipen, wo irgendwelche „tollen“, „neuen“ Kreationen für hörendes Geld über den Tresen gehen, weil… ja… weil sie halt „neu“ und „toll“ sind. Diese haben wir aber ausgelassen.

Naja, nicht ganz. Wir durften nun die Hipster Variante von Dumplings mit den Originalen aus Chinatown vergleichen. Im Endeffekt waren sie auch lecker, aber teuerer. Davon gab es dann irgendwie reichlich, sodass hier dann jeder schon satt war.

Aber eine Station gab es noch. Vorbei an Bauarbeitern, die die Strasse aufgerissen haben und kleinen Hipster-Klamottenläden (zu erkennen an dem „Ich trage unauffällige, nicht Mainstream Klamotten“ Stile mit Preisen, wo man ein Boss oder Gucci Label im Kragen vermuten sollte) ging es zum Endpunkt: Einer alten Pizzeria. Die hier servierte Margeritha war diesmal nich so unser Geschmack. Das lag aber daran, dass hier tatsächlich der hohe Hefeteig verwendet wird, ähnlich dem von Pizza Hut. Also die Art von Pizza, die wir im Tiefkühlregal als amerikanische Pizza bekommen. Dieser war dann leider etwas trocken und wirklich Belag war auch nicht oben drauf.

Auf dem Rückweg Richtung Subway begleiteten und sprachen wir noch etwas mit unserem Guide über alles Mögliche. Sie gab uns noch den Tip, mal einen Cupcake zu probieren, den es in einem Laden auch auf dieser Strasse gibt. Heute war das Montagsangebot auch alle Cupcakes 1 Dollar. Normalerweise gehen die so mit 3,50 über den Tisch. Aber es gab auch Cheesecake hier. Also musste ich den versuchen. Ergebnis: Der Guide finden den Kuchen hier besser, ich finde den bei Juniors immer noch am Besten. Das liegt wohl auch daran, dass der Kuchen hier nicht so locker leicht ist, fast schon wie ein deutscher Käsekuchen. Wir hatten uns vor dem Laden nämlich auch über die Unterschiede unterhalten.

Insgesamt war die Tour echt super. Nicht nur, dass wir unsere kulinarischen Kenntnisse ausgebaut haben, wir haben sowohl ein paar Deutsche kennengelernt, die ähnlich wie wir Urlaub machen (Ja, es gibt noch mehr so Verrückte) und in dem Kaffee haben wir uns des weiteren noch etwas mit einem finnischen Pärchen unterhalten, die auch mit bei der Tour waren. Das waren deren erstes Mal in New York, von daher konnten wir ihnen noch ein paar Tipps geben.

Da es von Brooklyn nach Queens keine direkte Subway Verbindung gibt, muss man immer über Manhattan fahren. Das kostet natürlich Zeit. Durch Zufall hatte ich an der Strasse, wo wir liefen, einen Bus mit der Aufschrift Queensboro Plaza gesehen.  Das liegt quasi um die Ecke von unserem Hotel, bzw. der Subway Haltestelle. Also sind wir zum nächsten Stop und haben uns die Buskarte angeschaut. Und siehe da: Der fährt direkt vor unsere Haustür. Keine 5 Minuten später kam auch schon der Nächste angefahren. Er meinte, bei normalen Verkehr brauch er ca. 30 Minuten. Also dachten wir uns: Fahren wir mal Bus. Leider war es schon dunkel, daher waren keine Fotos möglich. Aber wir haben auch hier mal wieder einen ganz anderen Eindruck von der Stadt bekommen. Zum Glück haben wir unser Hotel auch gesehen, ansonsten wären wir eventuell noch zu weit gefahren.

Was macht man, wenn man erst abends eine Tour hat? Was gibt es bei Lindt in Amerika? Wo gibt es die für uns Deutsche typischste, amerikanische Weihnachtsbeleuchtung in New York? Wie viel Glück kann man mit der Wettervorhersage haben? Und wie gut kann ein Milchshake wirklich sein?

Das alles gibt es schon im nächsten Blog!

Christmas Time in New York – Tag 8

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