Der Wind pfiff uns mit niedriger Temperatur um die Ohren. Die Sonne hatte noch keine Lust sich zu zeigen. Das Village, so nennen die New Yorker Greenwich Village, war noch nicht ganz wach geworden. Vereinzelt huschten ein paar Leute von den lokalen Cafés zu der Subway-Station um den Hump Day zu überstehen. Hump Day, von Hügel kommend, ist der amerikanische Begriff für Bergfest.

Nun aber mal zurück zum Wesentlichen. Wir hatten den letzten, kompletten Tag in New York vor uns. Also taten wir das, was wohl jeder an seinem letzten Tag im Urlaub macht: Laufen!

Wie das Intro schon ankündigt, sahen und hörten wir uns die Geschichte von Greenwich Village an. Wo heute mit einer der teuersten Gegenden von New York liegt, gab es zu Beginn nur ein paar Bauernhöfe. Dahinter, also Richtung Uptown lagen nur Felder, Wälder und Indianer oder hierzulande Native Americans genannt. Durch Kämpfe, Entwicklung, Cleverness und natürlich die menschliche Gier wurde hier über die Jahrzehnte ein teures Pflaster draus, wo anscheinend viele Leute leben, die den ganzen Tag nichts zu tun haben und deshalb ihre Ruhe brauchen.

Denn gleich am zweiten Stop beschwerte sich eine Anwohnerin, aus dem 4. Stock von der gegenüberliegenden Strassenseite, dass unser Guide ja viel zu laut sprechen würde und sie das durch das geschlossene Fenster hört. Die Bauarbeiter und der Betonmischer haben sie anscheinend wohl nicht gestört. Das ist hier aber wohl öfter so, erklärte uns der Guide. Die Leute hatten wohl bei der Stadt schon erwirken wollen, dass durch „ihr Village“ keine Touren mehr geführt werden dürfen. Dem wurde aber zum Glück nicht stattgegeben. Daher durften wir uns die Geschichte der Homo-Bewegung von damals anhören und wie es im Endeffekt dazu gekommen ist, dass heute der Christopher Street Day gefeiert wird. Diese Strasse liegt hier im Village.

Hier hat also alles begonnen. Als wir den Ausführungen des Guide lauschten, erhaschte Dani Blick durch den Sucher der Kamera einen Tierladen. Und wie man auf dem Bild sehen kann, haben die, wie man es auch aus Filmen kennt, kleine Welpen direkt im Schaufenster. Zu meinem Glück hatte der Laden noch geschlossen. Ansonsten hätte ich sie wohl nach der Tour wieder hier abholen können, inklusive eines neuen Haustieres.

Weiter ging es vorbei an alten Jazz Clubs, Restaurants und diversen Berühmtheiten, die hier über die Jahrzehnte hier gelebt und gewirkt haben. Insgesamt bekommt man hier überhaupt nicht den Eindruck in Manhattan zu sein, wenn da nicht immer das One World oder andere Hochhäuser im Hintergrund erscheinen würden. Dies macht dann teilweise auch das Verhalten, der Neureichen, die hier erst in den letzten Jahren hierher gezogen sind aus, so unser Guide. Die alteingesessenen Village-People (oder wie die sich halt nennen) sind wohl eigentlich ganz verträglich.

Der pfiff uns immernoch um die Ohren und wir wollten uns nach dieser Tour erstmal aufwärmen.

Wir kehrten in John´s Pizza ein, die hier laut dem Schild auch schon einiges mit erlebt hat.

Die „kleine“ Pizza war sehr gut und hat noch genügend Platz für einen Nachtisch gelassen. Denn direkt gegenüber liegt das Bantam Bagel. Wie der Name vermuten lässt, gibt es hier Bagel. Naja, also keine typischen Bagel rund mit Loch. Die Jungs hier nehmen quasi Bagelteig, machen den so Quarkbällchen gross und füllen den dann. Hier gibt es dann von süss bis herzaft alle Möglichkeiten. Wir haben mal gemischt und fanden es ganz lecker.

Um dann nochmal etwas „Geschichtliches“ an Nachspeise zu probieren, machten wir einen Abstecher zu Rocco´s. Hier gibt es über diverse Kekse, Cupcakes, und was weiss ich noch alles die hier berühmten Cannoli. Das ist ein Teigröllchen, welches dann mit einer Creme gefüllt wird. Komischerweise war dieses Ding aber gar nicht so süss, wie ich vermutet hatte. Aber lecker war es trotzdem.

Die Sonne brach mittlerweile immer mal durch einzelne Öffnungen der Wolkendecke durch. Für unser nächstes Ziel waren wir aber bei der Meinung, dass wir diesmal wirklich zu dünn angezogen waren. Also nahmen wir nochmal einen Anlauf im Century 21. Wir haben dann auch Pullies gefunden, die für diesen Preis definitiv den Zweck erfüllen würden.

Es stand nämlich noch ein Punkt auf der Liste, der eigentlich zum Standardprogramm eines Touries gehört, welchen wir bisher aber noch nicht angegangen sind. Wir liefen vom Kaufhaus aus gen Süden Richtung Battery Park. Natürlich liefen uns hier auch wieder kleine Nager über den Weg.

Hier haben wir das erste Mal, zumindest bewusst, einen Film/Video Dreh mitbekommen. Dass es keine grosse Hollywood Produktion war, konnte man daran erkennen, dass man direkt daran vorbei laufen konnte. Und die 2 Personen, die vor der Kamera stand, sagten mir zumindest Nichts.

Es ging dann weiter zur Staten Island Ferry. Diese kostenlose Fähre bringt, wie der Name schon sagt, die Leute von Staten Island nach Manhattan und wieder zurück. Und es wird auch immer gesagt, dass man hiermit den Besten, weil kostenlosen, Blick auf die Freiheitsstatue bekommt. Nach ca. 30min kamen wir auf Staten Island an, liefen dort etwas im Schiffsterminal rum, schossen noch ein paar Fotos und dann ging es auch schon wieder zurück.

Wir wollten noch etwas zu uns nehmen, also ging es am Flat Iron und einem weiteren Dreh vorbei zum Eataly.

Dies ist eine Supermarkt-Restaurant Kombination. Hier bekommt man so gut wie alles, was frisch und italienisch ist. Von der Gemüse-Abteilung über frische Nudeln, Fleisch, Fisch, Brot, etc. Wir nahmen im Restaurant-Teil platz und probierten die Pasta. Das Pärchen neben uns klang sehr italienisch und Ihnen schien es wohl zu schmecken. Wir konnten uns auch nicht beschweren. Somit hatten wir nochmal ein gutes Essen zum Abschluss eines super Urlaubs.

Nun blieb uns leider aber nichts anderes übrig, als zurück ins Hotel zu fahren und die Koffer fertig zu packen.

Was macht man mit einem Tag, der eigentlich gar kein Tag mehr ist? Wird es noch einen Blog-Eintrag geben? Wenn wir um 11:00 Uhr zum Flughafen fahren wollen, wie lange schlafen wir dann?

Das gibt es vielleicht demnächst noch zu lesen 😉

Christmas Time in New York – Tag 10

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