Ein Blick aus dem Fenster erlaubte uns noch etwas liegen zu bleiben. Der Winter zeigte sich von seiner dunkleren Seite. Was aber auch nicht schlecht war, konnte man doch überall an Deck kleine Schneemänner sehen. Und die Schnee/Eis-Bar war auch schon aufgebaut.

Überhaupt waren das hier nicht ein paar jämmerliche Fussel, wie sie in unseren Breitengraden vom Himmel segeln. Das hier waren Schneeflocken, oder um es visuell genauer darzustellen: SchneeFLOCKEN. Gut, man wurde jetzt nicht direkt davon erschlagen aber die waren doch schon ganz schön groß.

 

Auf geht´s ins Hotel…

Heute besichtigten wir ein Hotel. Das macht auch unheimlich Sinn, wenn man mit einem Kreuzfahrtschiff unterwegs ist. Aber zum Anschauen ist das Eishotel wirklich eine Reise wert. Da wir ja über Nacht in Alta gelegen haben, konnte man tatsächlich eine Nacht dort buchen. Aber gut… Dieses Gebäude wird irgendwann im November angefangen und braucht dann ca. 4 Wochen, bis es von 10 Personen fertiggestellt ist.

Das Ganze bleibt dann bis ca. März stehen, bevor es dann anfängt, einfach weg zu tauen. Hier gibt es sowohl normale Zimmer (wenn man denn von normal sprechen kann), als auch Suiten. Geschlafen wird in Eisbetten auf Rentierfellen. Natürlich darf eine Bar nicht fehlen inklusive Eis-Gläsern. Und da an einem so speziellen Ort anscheinend immer wieder Leute auf die Idee kommen zu heiraten, wurde hier auch gleich eine Kapelle mit integriert. Das Essen gibt es aber im benachbarten, normalen Holzhaus. Ein Ofen wäre im Eishotel doch etwas kontraproduktiv.

 

Und hinter dem Hotel haben wir dann noch unsere ersten Rentiere entdeckt!

 

 

Zurück zum Schiff und gleich weiter…

Der Ausflug war für einen halben Tag ausgelegt, sodass wir noch Zeit hatten mit dem Shuttlebus nach Alta reinzufahren. Über die Touri-Info (natürlich) ging es zum benachbarten Einkaufszentrum. Hier fiel uns auf, dass die Norweger verdammt viele Einrichtungsläden haben. Gefühlt sind die hier genauso oft zu finden, wie Klamottenläden. Nach einem kurzen Abstecher in den Supermarkt ging es weiter zur Nordlicht-Kathedrale.

 

Also.. unter Kathedrale verstehen die Südeuropäer (von Norwegen aus liegt entsprechend Alles im Süden) etwas Anderes, aber trotzdem war die Kirche sehr interessant. Alleine schon, dass das Gebäude rund ist, macht es zu etwas Besonderem. Der Raum, in dem der Gottesdienst abgehalten wird, ist dadurch aber sehr übersichtlich und man verliert sich nicht so, wie in unseren Kirchen.

Im Keller gibt es zusätzlich noch eine Art kleines Museum für Nordlichter. Hier bekommt man an Schautafeln und Videoprojektionen erklärt, wie die Nordlichter entstehen. An einer Installation darf man den Nordlichtern sogar Winken und mit ihnen interagieren. Der Sage nach, sollte man das nämlich bei den richtigen Lichtern nicht tun, dann wenn man winkt, macht man die Geister auf sich aufmerksam. Die „leben“ in den Nordlichtern und kommen dann auf die Erde, um dich zu holen. Aber gut, hier war man ja in einer sicheren Umgebung und wenn man entsprechend fotografiert hat, könnte jemand auf dem Bild wahrscheinlich nur schwer erkennen, ob die Polarlichter darauf echt sind oder nicht.

 

Wen man hier nicht alles trifft…

Am Eingang hatten wir durch Zufall Sigrid kennengelernt. Sie kommt aus Alta und hat in unserer AIDA Facebook Gruppe immer wieder mal ein paar Tips reingeschrieben. Und da sie nach unserer Besichtigung gerade Pause hatte, haben wir uns in dem kleinen Kaffee, dass sich im Vorraum der Kirche befindet, bei eine sehr leckeren Waffel mit Saurer Sahne und Marmelade zusammengesetzt und über alles Mögliche unterhalten. Es wurde schon langsam wieder dunkel draußen, doch leider war die Kathedrale noch nicht von aussen erleuchtet. Wir schauten uns noch die ganzen Eisskulpturen an, die anlässlich eines anstehenden Festivals aufgestellt wurden und dann ging es mit dem Bus auch schon wieder zurück zum Schiff.

Um vom Kalten draussen etwas abzulenken, gab es in der Show heute Abend heiße Samba Rhythmen. Man hat deutlich sehen können, dass dies wahrscheinlich die Lieblingsshow des brasilianischen Tänzers ist, konnte er sich hier mal richtig austoben. Aber auch die Sänger waren voll dabei.

Jetzt muss aber dochmal…

Danach zogen wir uns nochmal etwas dicker an und gingen an Deck. Mittlerweile war es nämlich etwas aufgeklart und der Mond ließ sich blicken. Wie wir ja gestern gelernt hatten, sind mitunter Nordlichter da, obwohl wir sie mit bloßem Auge nicht sehen können. Also habe ich einfach mal die Kamera in den Himmel gehalten. Und siehe da: Ganz schwach und unscheinbar, reichlich unscharf, da ohne Stativ festgehalten, tanzten die ersten grünen Streifen über den Himmel. Das war doch mal ein gelungener Abschluss für einen insgesamt schönen Tag.

 

Können Geologen gute Guides sein? Kann man sich in einem Tunnel verfahren? Wieviel Glück kann man haben?  Und die wohl wichtigste Frage: Haben wir die richtigen Winterklamotten gekauft?

 

Das sind nur einige Fragen, die beim nächsten Mal beantwortet werden.

AIDAcara – Winter im hohen Norden Tag 7

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