Der Morgen empfing uns grau und wolkenverhangen.

Es war kein Seetag in diesem Sinne. Doch wir sollten erst gegen 18:00 Uhr in Alta anlegen, was uns genug Zeit zum spekulieren gab, ob wir heute Nacht schon Glück haben würden. Schonmal vorab: Nein, sollten wir nicht. Aber gut. Da wir seit gestern Nacht nördlich des Polarkreises unterwegs sind, zählen wir zu einer doch eher kleinen Bevölkerungsgruppe, die sich in diesen Breitengraden aufhält.

Die Polarkreis-Taufe

Natürlich muss so etwas gefeiert werden. Dafür kann man sich taufen lassen, von Neptun persönlich, und bekommt einen entsprechenden See-Namen. Doch bevor dies passiert muss man noch ein paar „Dschungel-Camp light“ Prüfungen oder Stationen durchgehen. Das ging von einer komisch, fischigen Paste über “Algen”-Nudeln und Meereschaum-Salz-Eis. An der vorletzten Station hat man dann aufgezählt, was man alles zu sich genommen hat und dann durfte man sich seinen neuen Namen abholen. Christian der Checkeraal und Daniela das Delphinchen. Abschließend gab es noch ein Foto mit Neptun oder in unserem Fall Neptunine (unserer Entertainment-Managerin Annett) und das war es dann auch schon. Die Kür fand dann etwas später auf dem Aussendeck statt, wo dann alle Freiwilligen mit Wasser mittels einer Klobürste aus einem Sektkübel mehr oder weniger besprenkelt wurden. Den Aufruf, wer als erstes in den Pool geht, bekommt eine Flasche Champagner ließen sich 2 Passagiere nicht nehmen. Gut man muss dazu sagen, dass der Pool wärmer war als die Luft. Also das Reinsteigen war wahrscheinlich gar nicht mal das Problem. Nur das wieder rauskommen.

 

Die Fahrt durch den Alta-Fjord

Immer mal wieder gaben die tief hängenden Wolken den Blick auf die schneebedeckte Fjordlandschaft frei. Der Alta-Fjord soll sehr schön sein. Das konnten wir leider nur zu einem gewissen Teil beurteilen, aber das was wir sehen konnten sagte uns, hier ist definitiv Winter. Das wurde dann auch immer mehr auf dem Deck sichtbar. Langsam wurde es dunkler draußen. Und auf dem Wasser schwammen Eisschollen.

Später sollten wir noch erfahren, dass die hier eigentlich sehr selten sind, da das abgebrochene Eis vom Nordpol von der Strömung nicht unbedingt in den Fjord geschwemmt wird. Das war also schon ein kleines Highlight! Alta ist als Kreuzfahrt-Destination noch relativ jung…und klein. Hier passen maximal 2 Schiffe gleichzeitig hin. Zum Vergleich: In Malta, was als Insel ungefähr so groß ist, wie Frankfurt, liegen zu Hochzeiten bis zu 7. Und da reden wir von den großen Pötten, also 2500 Passagiere und aufwärts. Hier oben in Norwegen ist das alles etwas heimeliger. Zum einen natürlich, da die großen Schiffe gar nicht durch die ganzen Fjorde passen. Und zusätzlich sind die meisten Schiffe nicht geeignet, in diesen Gewässern zu fahren, da sie, so unwahrscheinlich das auch sein mag, nicht mit dem Eis umgehen können. Die AIDAcara ist beispielsweise das Einzige der Flotte, das eine Eisbrecher Kategorisierung hat. Zwar jetzt nicht viel, aber der Rumpf hält schon ein bissie was aus. Sie ist ja schließlich auch in Finnland gebaut worden. Aber ich schweife etwas ab.

Zurück zu Alta…

Die Ein- und Ausfahrt muss hier immer gut getimed werden. Denn, der Anlieger ist kurz hinter dem Flughafen. Die Flugzeuge starten und landen Richtung Wasser. Dementsprechend kann es passieren, dass wenn der Kapitän nicht aufpasst, das Schiff keinen Schornstein mehr hat und das Flugzeug kein Fahrgestell mehr…Bestenfalls….

Nachdem wir noch schnell zu Abend gegessen hatten, ging es recht bald schon mit unserer Tour los.

 

Paeskatun

Wir fuhren mit dem Bus durch diese wunderschöne Winterlandschaft nach Paeskatun. Dies ist vom Grundprinzip her ein Schiefer-Steinbruch.

Hier haben sie aber für Touristen auch ein kleines Museum hingebaut und ein traditionelles Sami-Zelt. Und, da man weiter oben im Gebirge und weit ab der Stadtlichter ist, würde man hier auch ganz gut Nordlichter sehen können. Der Mond schaffte es zeitweise mal durch die Wolken zu scheinen, aber das war es dann auch schon.

Trotzdem war die Tour echt gut. Hier gab es 2 Video Präsentationen: Einmal über die Geschichte des Steinbruchs und der Schiefer-Verarbeitung als solches. Und natürlich eine, über die Nordlichter, also was sie sind, wie sie entstehen und wann, wo, wie man sie sehen kann. Wie hilfreich uns diese Informationen sein würden, sollten wir erst übermorgen noch erfahren. Aber ich will noch nicht zuviel verraten. Wir machten also ein paar Bilder den Berg hinunter ins Tal und unterhielten uns mit 2 von unseren lokalen Guides.

Was studiert man hier denn so…

Einer der beiden ist ein 17 jähriger Schweizer, der hier auf Schüleraustausch ist. Das heisst also, tagsüber geht er in die Schule und lernt dabei norwegisch und abends ist er dann mit Deutschen unterwegs, erzählt den Touries die Geschichte von hier und lernt dabei „Hoch-„Deutsch. Das Mädel studiert in Deutschland Lehramt und macht hier ein Auslandssemester. Und was studiert man hier dann so? Friluftslief! Wortwörtlich übersetzt bedeutet das Freiluftleben. Das ist so wie ich das verstanden habe dann quasi wie Bachelor of Outdoor Guiding und finding your way durch die Wildnis. Man lernt, wie man Spuren liest, in der Wildnis überlebt, etc. Dafür fährt oder läuft man mit Gepäck auf Langlaufskiern irgendwo ins nirgendwo und schlägt dort ein Zelt auf. Dann bleibt man da 2-5 Tage und läuft wieder zurück. Mich würde mal interessieren, wie die Tests dafür dann aussehen. Nungut, irgendwann mussten wir dann wieder zurück. Wir tranken noch schnell etwas und dann ging es schon wieder ab ins Bett, weil wir ja am nächsten Tag wieder früh raus mussten.

 

Die Preview:

Warum sollte man in Schnee und Eis schlafen? Welche Überraschung erwartete uns? Was macht man 2 Stunden lang in einer kleinen Kirche?

Und: Wie sehen sie denn jetzt aus?

 

Fragen über Fragen. Die Anworten kommen.

AIDAcara – Winter im hohen Norden Tag 6

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