Wenn wir mit dem Schiff unterwegs sind, wird jeden Morgen der Wecker gestellt. Nicht, damit wir rechtzeitig beim Frühstück sind, sondern um den eventuellen Sonnenaufgang mitzuerleben und fotografisch festzuhalten. An diesem Morgen blieb uns das verwehrt. Haugesund begrüßte uns mit zumindest 48 Shades of Grey.

Aber es ist nun mal Winter. Da muss man mit so einem Wetter rechnen. Nachdem wir Touristeninformation um ein paar Flyer erleichtert hatten, ging es zu unserem Bus. Wir machten uns auf den Weg zum Akrafjord um dort mit einem Boot entlang zu schippern. Zuerst machten wir Halt am Haraldshaugen. Das Sage nach ist dies das Grab von Harald dem Ersten, der nach der Schlacht von Hafrsfjord im Jahr 872 sozusagen Norwegen gegründet hat. Er war zumindest der erste Monarch, der hier oben ein großes Gebiet regiert hat. Vorher gab es hier verschiedene Stämme.

Nun ging es aber raus aus der Stadt und rein in die Natur. Durch den einsetzenden, leichten Schneefall sah die Umgebung trotz des Grau sehr schön aus. Überall konnte man sehen, dass es hier mitunter doch recht kalt wird.

Nach ca. 1 Stunde machten wir halt an einem Restaurant um uns zu stärken. Der Koch begrüßte uns freundlich und erklärte, welch lokale Köstlichkeiten auf uns warteten. Neben diversen Platten mit Lachs, Käse,Obst, Kartoffeln, Frikadellen und  Wurst durfte auch der traditionelle norwegische Braunkäse (Brunost) nicht fehlen.

Der bräunliche Käse besteht aus eingekochter Ziegenmolke und hat einen süßlich-karamelligen Geschmack. Jetzt waren wir gestärkt und mit Kaffee aufgewärmt, damit wir uns auf das Boot begeben konnten. Natürlich haben wir uns draußen hingesetzt. Wir wollen ja etwas von der Umgebung sehen. Und da es im Fjord recht windstill war, kam es uns gar nicht so kalt vor. Die ca. 45 minütige Fahrt führte uns vorbei an gefrorenen Wasserfällen, kleinen Ansammlungen von Häusern (Dorf kann man das nicht nennen) und einer wunderschönen Landschaft, wenn auch am Anfang nebelverhangen, in der man davon überzeugt ist, dass hinter jedem großen Stein ein Troll wohnt.

Die Häuser, die hier irgendwo im Nirgendwo stehen sind aber anders als vermutet verdammt teuer. Denn anders als der gemeine Deutsche, liebt es der Norweger komplett alleine und mitten in der Natur zu leben. Dementsprechend ist es hier „günstiger“ in der Stadt zu wohnen als auf dem Land. Aber je abgeschiedener, umso besser. Da stört es dann auch nicht, wenn man 1 1/2 Stunden bis zum nächsten Supermarkt fährt. Das Highlight war ein Schluck frisches Wasser direkt vom Langfoss-Wasserfall. Also jetzt nicht direkt mit dem Kopf drunter. Einer der Besatzung ließ einen Eimer voll laufen und verteilte dann Becher.

Dann ging es mit dem Bus schon langsam wieder Richtung Schiff. Vorher schauten wir uns aber noch den Laden einer Dame an, die die alte Tradition des Rosemaling beherrschte. Unni Marie hat damit sogar schon eine Weltmeisterschaft in Süd-Korea für traditionell Malerei gewonnen. Rosemaling ist, vereinfacht gesagt so ähnlich wie in Deutschland die Bauernmalerei, nur dass hier mehrere Farben gleichzeitig auf den Pinsel aufgetragen werden. Dieser werden dann mit einem Strich (One Stroke) aufgebracht.

Jetzt ging es aber wieder aufs Schiff. Und während die nicht sichtbare Sonne sich langsam wieder gen Horizont bewegte, machten wir uns durch die Fjord-Landschaft auf in den hohen Norden.

Morgen ist erst einmal wieder ein Seetag angesagt. Da stellt sich natürlich die Frage: Warum sollte man früh aufstehen? Was macht man eigentlich so den ganzen Tag? Wie bekommt man Menschen dazu mitten in der Nacht im Kalten zu hüpfen? Und: Kann man Nordlichter faken?

 

Das alles gibt es demnächst.

Und falls ihr es noch nicht gesehen habt, könnt ihr euch auf Youtube den Tag in bewegten Bildern anschauen.

AIDAcara – Winter im hohen Norden Tag 3

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