I´m blue, dabedidabedei…

Der Mond machte sich langsam auf der einen Seite für das Untergehen bereit, während die Sonne auf der auf der anderen Seite die Berge zum glühen brachte. Ein neuer Morgen war angebrochen und wir machten in Sortland, der blauen Stadt, fest.

Doch dazu später mehr. Ersteinmal ging es mit dem Bus nach Nyksund. Dies ist ein kleines Dorf ca. 1 1/2 Stunden entfernt. Was versprachen wir uns von dieser Tour? 1. Viele Informationen. Bei so einer Fahrtzeit kann man einiges erzählen. 2. Schöne Landschaftsbilder.

Und für sowas bekommt der Geld…

Das mit den Bildern hat dieses Mal sehr gut funktioniert. Die Scheibe war einigermaßen sauber und nur manchmal hat die rote Jacke der Dame vor uns im Fenster gespiegelt. Auf dem Hinweg fuhren wir eher durch das „uninteressante“ Flachland, nenn ich es jetzt mal für den Vergleich. Vorbei an kleineren Siedlungen erreichten wir irgendwann Nyksund.

Was hatten wir bis dahin so alles gelernt? Mmmhhhh…naja…also…äähhmm.. Ach ja! An diesem Morgen waren an irgendeiner Stelle Elche gewesen. Als wir vorbei gefahren sind waren sie offensichtlich nicht mehr da. Und das ein Berg wie die Schaufel von einem Troll aussieht, mit einer netten kleinen Geschichte dazu. Das war es dann aber auch schon mit Informationsgehalt.

Nun Gut. Wir machten uns zu Fuss auf, um Nyksund zu erkunden. Ja nach Jahreszeit leben hier wohl zwischen 10 und 28 Personen. Die Häuser sind um den kleinen Hafen herum gebaut. Dementsprechend ist die Haupteinnahmequelle, wie des Öfteren hier, der Fischfang. Besonders häufig hier anzutreffen sind die großen Holzgestelle für die Herstellung von Stockfisch.

Ich konnte hier mal ein wenig die Drohne fliegen lassen. Ein kleinen Eindruck davon bekommt ihr hier zu sehen (mit noch anderen Orten zusammen). Ansonsten gibt es hier noch ein kleines Restaurant, was hauptsächlich für die Touristen gedacht ist. Und da es die einzige, öffentliche Toilette hier hat, war es auch sehr gut von uns besucht. Immerhin war die Bedienung an der Theke eine Deutsche. Die konnte uns dann doch noch ein bisschen was erzählen, bevor wir wieder zum Bus zurück mussten.

Hier, horschema zu…

Ich habe mich dann mal an den Guide gewandt und ihm gesagt, dass er doch mal etwas mehr erzählen solle. Ich bin mir nicht genau sicher, ob er ein Lehramtsstudent ist/war, aber er wollte das Ganze etwas interaktiver, also so mit Frage/Antwort gestalten. O.k….Wir saßen ganz hinten im Bus. Und keiner traute sich sonst etwas zu fragen. Also musste ich mal durch den Bus brüllen. Immerhin hat er auch tatsächlich geantwortet. Zum Glück war ein Scout von AIDA mit dabei, damit gesichert ist, dass bei der nächsten Tour so etwas nicht nochmal vorkommt. Besonders ernüchternd war, dass der Guide aus dem 2. Bus wohl die ganze Fahrt über erzählt hat, so wie wir von dort Mitfahrenden berichtet bekommen haben. Naja…müssen wir halt Wikipedia etwas mehr bemühen ;-).  Für die Rückfahrt nahmen wir eine andere Route. Diesmal fuhren wir zwischen den Bergen hindurch und die ganze Landschaft herum war noch komplett mit Schnee bedeckt.

Obwohl einem die Berge hier sehr hoch vorkommen, schaffen es die Höchsten auf gerade einmal um die 700 Meter. Da lachen sich die Alpen und andere Gebirge natürlich kaputt. Hier ist der Unterschied aber, dass man mit dem Aufstieg in Deutschland ja schon eine gewisse Höhe erreicht hat. Hier fängt man mit dem Bergsteigen quasi bei Null an, weil hier geht es von der Wiese direkt hoch, ohne dass sich die Umgebung leicht anhebt. Ich kuck mal, ob ich ein Schaubild online finde…

Nach der vorgestrigen Tour mit super viel Input und dreckigen Fenstern, waren wir von dieser Tour hier definitiv mehr enttäuscht. Aber was solls, das war wohl nicht das letzte Mal hier oben…

Auf in die blaue Stadt…

Vor dem Ablegen hatten wir noch Zeit, also ging es zu Fuss nochmal ins Stadtzentrum. Gut, bei einer knapp 10.000 Einwohner großen Stadt, war das jetzt nicht allzu groß hier. Nachdem wir uns in der Touri-Info schlau gemacht hatten, was es hier so zu sehen gibt, ging es die Hauptstrasse entlang zu einem kleinen Aussichtspunkt. Von hier aus kann man bei gutem Wetter die Lofoten sehen, welche wir glaube ich auch gesehen haben. Es stand leider nicht dran. Und hier gibt es eine sehr interessante Skulptur.

Aber zurück zur blauen Stadt. Hier hat sich 1998 ein Künstler gedacht, es wäre schön, wenn hier hier Häuser etwas einheitlicher aussehen würden. Er hat also eine Farbpalette festgelegt, mit der man sein Haus nach belieben kombinieren kann. Einige Gebäude sind auch entsprechend eingefärbt. Manch anderem sagt das wohl so gar nicht zu. Und so hat das das Projekt bis heute noch nicht wirklich durchgesetzt.

Praktischerweise lag ein Einkaufszentrum auf dem Weg zurück, wo ich noch eine gute Lektüre gefunden habe (Dies ist ein Affiliate Link). Klar darf man bei solchen Büchern nicht immer alles zu 100% ernst nehmen. Aber der Inhalt hat sich doch sehr oft mit den Erzählungen der Guides gedeckt, wie die Norweger so ticken.

 

Uiuiui…

Während des Abendessens haben wir noch eine traurige Nachricht von der Brücke bekommen. Ein Passagier ist verstorben. Da es tagsüber nicht unbemerkt geblieben war, das Polizei und Leichenwagen vor dem Schiff geparkt waren, hatte sich der Kapitän dazu entschlossen, diese Nachricht offiziell bekannt zu geben. Damit sollte natürlich verhindert werden, dass irgendwelche Gerüchte herum erzählt werden. Immerhin war rund um die betroffene Kabine erst einmal abgesperrt worden. Es musste seitens der Polizei ermittelt werden, ob es ein natürlicher Tod war. Das lag bei der in den 80er Jahren alten Dame wohl vor.

Wir sollten aber nicht allzu lange betrübt sein, stand heute Abend doch die Schlagershow an. Ich war ja schon total begeistert (nicht). Aber es war dann doch sehr lustig, da sich die Lieder doch sehr…interessant anhören, wenn sie von Briten, Amerikanern und einer Kanadierin gesungen werden. Dabei hatte die Amerikanerin eine sehr gute Aussprache. Gut, anhand ihres Nachnamens zu urteilen, sind da auch ein paar deutsche Wurzeln dabei, auch wenn sie die Sprache niemals gelernt hat.

Und damit war der Tag auch schon wieder um.

 

Preview…

Macht man an einem Seetag noch etwas Anderes außer Essen? Sind wir eigentlich jeden Abend im Theater? Und…Wie sieht hier eigentlich so eine Küche aus?

 

Das wird demnächst geklärt.

AIDAcara – Winter im hohen Norden Tag 10

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